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Watch_Dogs (PS4)

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 Spiel-Infos: Watch_Dogs (PS4)
Watch_Dogs Boxart Name: Watch_Dogs (PS4) (PAL)
Entwickler: Ubisoft Montréal
Publisher: Ubisoft
Erhältlich seit: 27. Mai 2014
Genre: Action
Spieler: 1 (offline); 1-8 (online)
Features:
CompanionApp;zusätzliches Gameplay auf PlayStation

Unserem Redakteur Sascha P. Ritter lag Watch_Dogs lediglich für PlayStation 4 vor. Abweichungen im Test zu den Fassungen der anderen Konsolenversionen sind daher nicht ausgeschlossen.

 
Vor zwei Jahre kündigte der französische Publisher Ubisoft auf der E3 den Open-World Actioner Watch_Dogs an und wollte eine Zukunftsvision kreieren, die sich aus den aktuellen Möglichkeiten und dem rasanten technischen Fortschritt entwickeln könnte. Doch bereits in den allerersten Meldungen der Fachpresse wurden Vergleiche mit dem König städtischer Open-Worlds, Grand Theft Auto, laut, was Watch_Dogs bereits vor der Veröffentlichung einem hohen Druck aussetzte. Doch dies ist nicht das einzige Hindernis, dem sich das ambitionierte Spiel ausgesetzt sah. Der angepeilte Termin als Launchtitel für die neue Konsolengeneration konnte nicht erfüllt werden, erst ein halbes Jahr später erblickte man auf Sonys und Microsofts Konsolen das Licht der Welt und auf Nintendo Wii U müssen wir sogar noch auf den Herbst warten. Und als wäre eine Verschiebung nicht genug, wurden im Laufe des Jahres Vorwürfe nach einem Downgrade laut, weil sich neues Gameplay-Material schlechter präsentierte, als noch bei der Ankündigung zwei Jahre zuvor. Diese Geister der Vergangenheit spuken sicherlich bei den meisten Menschen im Hinterkopf, wenn sie den Titel zum ersten Mal einlegen. Doch kann Watch_Dogs sich von diesen Schatten lösen und sich als der innovativer Titel in unsere Erinnerungen hacken, den sich die meisten Spieler wünschen dürften?

Es war einmal...
In einem für uns sehr fernen Land, in einer komplett vernetzten Stadt verdient ein einfacher Mann mit Namen Aiden Pearce seinen Lebensunterhalt als Hacker, der Aufträge für die gefährlichsten Verbrecher und korruptesten Bürger Chicagos annimmt. Doch wer sich Freunde in den höchsten Schichten der Syndikate macht, macht sich dementsprechend auch Feinde. Dies muss Aiden schmerzhaft feststellen, als zwei Auftragsmörder seinen Wagen unter Beschuss nehmen und bei dem folgenden Crash seine kleine Nichte Lena ums Leben kommt. Elf Monate später will Aiden Rache an den Drahtziehern nehmen und den Sumpf des Verbrechens, in das er so tief  versunken ist, mit allen Mitteln austrocknen. Gemeinsam mit dem Söldner Jordi Chan und dem mysteriösen Hacker BadBoy17 ist er so den Killern dicht auf der Spur, aber bringt dabei nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Schwester und deren Sohn Jackson in Gefahr.
Größtes Alleinstellungsmerkmal von Watch_Dogs gegenüber anderen Genre-Vertretern ist das Smartphone von Aiden Pearce. Mit diesem kann sich der Hacker in beinahe jedes elektronische System von Chicago einklinken, denn die Firma Blume hat die gesamte Stadt mit dem sogenannten ctOS ausgestattet. Das ermöglicht nicht nur nahezu kompletten Zugriff auf die Infrastruktur, sondern sichert auch alle Daten der Bürger. Dass dieses fiktive Szenario des Spiels sicherlich eine Horrorvision für viele Datenschützer darstellt, dürfte – gerade nach Abhörskandalen der näheren Vergangenheit – sicherlich eindeutig sein. Leider sind nach knapp zwanzig Stunden Hauptkampagne die sichtbar guten Ansätze der Handlung nur bedingt zu Ende gedacht worden. Größte Schwäche dürfte sicherlich das Charakterdesign von Aiden Pearce sein, der nicht nur sehr farblos gestaltet wurde, sondern sich auch im Verlauf des Spiels nicht weiterentwickelt. Getrieben von der Rache nutzt er jedes ihm zur Verfügung stehende Mittel – sei es das breite Arsenal an Schusswaffen, die er in diversen Waffenläden kaufen kann, oder das Smartphone, das sich direkt ins ctOS oder andere Handys der Bürger mit einem simplen Knopfdruck hacken kann. Spielerisch gehen sowohl die Schussgefechte, als auch das Hacken sehr flott von der Hand, widersprechen allerdings zuweilen den kritischen Tönen, die Aiden Pearce und die gesamte Handlung des Spiels anschlägt. Weil ins Spiel auch ein Moralsystem integriert wurde, das euren Ruf in Chicago definiert und somit dafür sorgt, ob die Menschen eure Aktivitäten bei der Polizei melden oder nicht, aber ansonsten keinerlei Auswirkungen auf das Geschehen besitzt, wirkt der Tenor der Handlung vor allem im Finale des Spiels sehr deplatziert. Und da sich der Plot über den gesamten Verlauf nicht steigert, keinerlei Höhepunkte eingearbeitet sind und auf nahezu allen Ebenen gängige Blockbusterklischees bedient werden, muss man sich in Watch_Dogs seine eigenen Geschichten schreiben.
 Autor:
Sascha P. Ritter
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