Xbox One » Tests » D » Destiny

Destiny

-> Drucken Spiel-Infos ein-/ausblenden...
Die von mir zu Anfang angesprochene Story erreicht im Spiel selbst leider nie die Qualität, welche die Synopsis erahnen lässt. Die übergreifende Geschichte wird kaum fortgeführt und alle Figuren in diesem Weltraum-Drama bleiben ziemlich blass und weit hinter den Möglichkeiten zurück. Motivation, Herkunft und Beziehungen werden im Spiel selbst gar nicht aufgegriffen. Da sitzt man als Spieler oft verwirrt vor dem Bildschirm. Wer will kann zwar viel zusätzliche Lore im Internet nachschlagen, doch das ist der Spannung nicht gerade zuträglich.
Aber zurück zum Tower. Neben euch wuseln hier auch zu jeder Zeit eine ganze Reihe von anderen Guardians umher -  Onlinepflicht sei Dank. Freunde und Fremde ladet ihr aber am besten gleich in eine Party ein, denn Voicechat sucht man vergeblich. Das ist bei einem Spiel, das so sehr auf den sozialen Aspekt setzt, besonders schade. Mit bis zu zwei Freunden könnt ihr als Squad einen Auftrag annehmen. Die beste Anlaufstelle für den Anfang sind sicher die Storymissionen. Die knapp 10 Stunden umfassende Kampagne führt euch von der Erde aus unter anderem zum Mond, Mars und zur Venus. Dabei folgt jeder Ausflug leider so ziemlich der selben Struktur. Euer Geist gibt euch einen Zielort an, zu dem ihr euch auf den weitläufigen Abschnitten begebt. Dort angekommen muss eine Tür geöffnet, oder ein Terminal gescannt werden. Währenddessen greift eine Horde von Gegnern an. Nachdem ihr sie beseitigt habt, dürft ihr voranschreiten, wo euch oft eine weitere Gruppe erwartet, bevor die Mission endet und euer AI-Kumpane die Ereignisse zusammenfasst. So oder so ähnlich läuft jedes Kapitel des Spiels ab. Abwechslung von dieser Struktur gibt es nur sehr selten. Das kennen wir eigentlich deutlich besser von Bungie. Die Sandbox von Halo bietet dem Spieler außerdem wesentlich mehr Möglichkeiten und Freiheiten, die Aufgabe anzugehen. Für den Kampf geeignete Fahrzeuge gibt es in Destiny beispielswiese nur zwei, welche nur selten und für kurze Zeit zur Verfügung gestellt werden.

Doch der neue Shooter von Bungie hat auch einige Stärken, die hier nicht unerwähnt bleiben sollen. Da wäre in erster Linie das ausgezeichnete Gunplay. Die verantwortlichen Entwickler haben offensichtlich ihre ganze Erfahrung genutzt, denn kaum ein Ego-Shooter an der Konsole fühlt sich besser an. Das Spielgefühl in Worte zu fassen wird mir nicht ganz gelingen, aber ihr könnt sicher sein, dass jeder Schuss landet wo er soll. Dank umfangreicher Bewegungsmöglichkeiten, sowie effektreichen Angriffe, wie dem Super, hat das Spiel eine angenehme Dynamik. Das spaßige Gameplay wird durch einige clevere Gefechtsszenarien unterstützt. Einige Räume haben eine interessante Struktur mit gut platzierten Gegnern. Die KI der verschiedenen Alienrassen ist dabei auf überdurchschnittlichem Niveau und hält den Spieler ordentlich auf Trab. Verschiedene Verhaltensweisen und Eigenschaften der Feinde sorgen zusätzlich für Abwechslung. Während manche für den Nahkampf auf euch zu sprinten, tragen andere ein schweres Schild mit sich herum.
 Autor:
Robert Stotzem
Testbericht
Zur Screengalerie
Screenshots:
Leserwertung:
8.7